Zu Gast bei Peters-Reisen

Was macht eine Reise mit Peters besonders?

Tine Wittler war zu Gast bei Peters-Reisen. Auf dieser Seite lernen Sie die Menschen, den Komfort an Bord und die Möglichkeiten kennen, Ihre Reise bequem zu planen. Entdecken Sie, was Peters-Reisen ausmacht – und finden Sie anschließend die Reise, die zu Ihnen passt.

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Peters-Podcast

Tine Wittler im Gespräch bei Peters-Reisen

Hören oder sehen Sie die Folge mit Tine Wittler bei Peters-Reisen.

Folge 1

Im Gespräch

  • Tine Wittler
    GastTine Wittler

    Tine Wittler ist Autorin und Bühnenkünstlerin; vielen ist sie auch als TV-Moderatorin bekannt.

  • Stephan Dümpelfeld
    HostStephan Dümpelfeld

    Das Familienunternehmen aus Wasbek verbindet persönliche Beratung mit komfortablen Busreisen.

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Tine Wittler: Busabenteuer, Erinnerungsgold und keine Lust auf Schubladen

In der ersten Folge von „Kaffeefahrten für die Ohren“ begrüßt Stephan Dümpelfeld die Autorin und Bühnenkünstlerin Tine Wittler im Reisebus von Peters Reisen. Gemeinsam reisen die beiden durch Tines Erinnerungen – vom verregneten Urlaub in Lloret de Mar über ein Busabenteuer in Moskau bis zum heimlich mitfahrenden Spatzenbaby. Außerdem sprechen sie über das Leben im Wendland, die Freude an Begegnungen und die Frage, warum Busreisen in keine Altersschublade passen. Steig ein und sammle mit uns eine gute Portion Erinnerungsgold!

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Kaffeefahrten für die Ohren – Folge mit Tine Wittler
Transkript der fertigen Folge. Zeitangaben = Position in Kaffeefahrten_S1F01_Tine-Wittler_Master-Audio_48kHz-24bit.wav

[00:00:00] Tine: Ja, dieses Klischee, dass wenn man so eine Kaffeefahrt mitmacht, dass man dann mit einer Heizdecke nach Hause kommt. Aber Leute, ich kann euch sagen, so eine Heizdecke kann man durchaus gebrauchen.

[00:00:13] ♪ Intro-Musik ♪

[00:00:48] Stephan: Hallo und herzlich willkommen zu Kaffeefahrten für die Ohren, der Podcast aus dem Reisebus von Peters Reisen.

[00:00:56] Tine: Yes!

[00:00:56] Stephan: Ich bin Ihr Host, Stephan Dümpelfeld. Und ich bin hier nicht alleine.

[00:01:00] Tine: Nein, ist er nicht. Das ist Stephan, euer Gastgeber.

[00:01:05] Stephan: Und das ist… die vielseitige … Tine Wittler. Hallo, Tine.

[00:01:11] Tine: Danke, danke, danke. Zu viel der Ehre. Hallo. Moin aus dem Bus.

[00:01:16] Stephan: Heute bauen wir die Verbindung auf mit jemandem, den Sie kennen. Sie ist vielseitig, sogar sehr vielseitig. Sie ist gelernte Journalistin, sie legte Platten auf, sie schmiss eine Bar, sie verschönerte Deutschlands Wohnzimmer. Sie schreibt Bücher, singt Chansons und steht auf der Theaterbühne. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.

[00:01:38] Tine: Ja. Ja. Ja, du hast, du hast tatsächlich das Portfolio gut aufgedeckt. Vielen Dank.

[00:01:46] Stephan: Tine, du sitzt gerade auf einer Heizdecke im Reisebus.

[00:01:49] Tine: Also unter einer Heizdecke? Weil, ne, wegen Kuscheln oben rum. Aber ja, in einem Bus, und zwar in einem hochmodernen Bolin, möchte ich sagen, der noch dazu, lass mich nur das kurz anmerken zum Thema Wohnzimmer und so, … den ich unfassbar schick finde. Ich weiß noch, vor ein paar Jahrzehnten hatten Busse immer so ganz wilde Sitzmuster und so. Das sah immer so, ah. Und das hier ist jetzt mal richtig schnieke. Ganz schick.

[00:02:27] Stephan: Manche trugen diese Sitzmuster auch auf Jogginghosen und Joggingjacken und so. Auch heute noch manchmal.

[00:02:30] Tine: Ja, ja. Und weißt du, warum man das gemacht hat? Mit diesen wilden Mustern auf den Sitzen? Hast du bis heute auch teilweise noch in Hotels oder in Gastronomien, wo viel gekleckert wird, Eisdielen zum Beispiel, weil man auf stark Gemustertem… die Flecken nicht so sieht. Das war der Gedanke dahinter, warum man da ja teilweise wirklich Augenflimmern gekriegt hat, wenn man sich diese Polster angeguckt hat.

[00:02:56] Stephan: Als was bist du gerade hier im Reisebus?

[00:03:00] Tine: Als Flexibilitätsmodell. Also das ist ja auch, glaube ich, so ein bisschen das, was jetzt die Verbindung ist zu diesem Gespräch. Also… Ja, ich bin extrem vielseitig und ich hasse Schubladen. Auch zum Thema Busreisen gibt es ja so ganz viele Vorurteile. Oder dass Leute sagen, warum sollte ich eine Busreise machen? Ich bin doch noch keine 80 oder so. Und ich finde das so schade, weil im Grunde kannst du ja erst über etwas urteilen, wenn du es tatsächlich kennst. Also man muss sich ein bisschen mit mir beschäftigen, um diese Vielseitigkeit zu entblättern sozusagen. Ich bin ja so ein bisschen wie so eine russische, wie heißen die, Babuschka, wie so eine Puppe, wo immer wieder was Neues zum Vorschein kommt. Und ich glaube, beim Thema Busreisen ist es ähnlich, weil es da ja so viel zu entdecken gibt, so viele Modelle. Wochenende, eine ganze Woche, Tagesausflüge, innerhalb Deutschlands, ganz Europa. Diese Vielseitigkeit finde ich großartig und deshalb passen dieser Bus und ich ganz gut zusammen.

[00:04:17] Stephan: Und man versucht ja oft Menschen in Schubladen zu stecken. So wie man zum Beispiel Metallica immer auf Nothing Else Matters zurückführt und eigentlich auch nur dieses Lied hören mag und Metallica für sonst nichts steht. So bist du bekannt für das Einrichten oder Verschönern.

[00:04:37] Tine: für etwas, das ich schon seit 15 Jahren nicht mehr mache.

[00:04:41] Stephan: Genau. Früher hast du mal Wohnzimmer schöner gemacht. Und hast das…

[00:04:43] Tine: Ja. Von 2003 bis 2013. Das heißt, es ist jetzt, was haben wir, 26.

[00:04:46] Stephan: Ja.

[00:04:52] Tine: Ja, es ist schon viele, viele, viele Jahre her, tatsächlich. Aber die Schublade geht immer noch auf, ne? Das stimmt, ja.

[00:04:59] Stephan: Und du bist ja nicht nur, sagen wir mal, sehr bekannte, Wohnungsverschönerin gewesen. Dankeschön.

[00:05:05] Tine: gewesen. Ich sage immer, Wohnexpertin a. D. Wie Olaf Scholz, außer Dienst. Ja, ich lebe jetzt schon seit vielen, vielen, vielen Jahren als Bühnenkünstlerin, als Autorin, ich spiele Theater, ich singe Chansons. Ich schreibe Bücher, bin selbst als Kulturveranstalterin auch tätig. Und ja, das liebe ich. Ich liebe Kunst und Kultur, ich liebe die Bühne, ich liebe den direkten Kontakt zum Publikum. Ich liebe es. mich nicht auf ein Format, auf ein Genre, auf eine Kunstform zu begrenzen, sondern alles mal irgendwie anzutesten, auszuprobieren. Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu beobachten. Was übrigens etwas ist, was man aus dem Bus auch sehr gut kann. Und wenn es das aus dem Fenster gucken ist. So konzentriert und gleichzeitig entspannt, wie du im Bus aus dem Fenster gucken kannst, das kannst du, wenn du selber fährst, nie.

[00:06:07] Stephan: Du hast dich auf Instagram mal genannt, das Schweizer Taschenmesser der norddeutschen Kleinkunst.

[00:06:12] Tine: nee das ist kein zitat von mir … Das ist ein Zitat vom NDR, die haben mich so genannt. Der NDR hat in einem Fernsehbeitrag gesagt, das Schweizer Messer der norddeutschen Kleinkunstszene. Genau.

[00:06:23] Stephan: Wenn wir das Schweizer Taschenmesser Bild mal nehmen, du machst viele verschiedene Sachen, welche Klinge ist die schärfste oder anders gefragt, was macht dir von den ganzen Dingen, die du tust, am meisten Spaß?

[00:06:33] Tine: Alles … Sonst würde ich es ja nicht machen. Also was man grundsätzlich sagen kann, ist, dass alles, was ich mache, immer in erster Linie viel zu tun hat mit Sprache und mit Buchstaben. Ob ich moderiere, ob ich Bücher schreibe, ob ich Theater spiele, auch wenn ich Songs schreibe. Und wenn ich Chansons von anderen Urhebern singe, sind das immer Chansons, die irgendwas mit Sprachwitz zu tun haben. Also die Sprache ist im Grunde so … der innere Kern, … Und drumherum versuche ich einfach rauszufinden, was kann ich denn mit dieser Sprache alles machen? In welcher Form kann ich sie nutzen, umgestalten, einsetzen, um diverse Dinge zu erschaffen?

[00:07:23] Stephan: Sprache ist ja ein Ausdruck, Wörter sind ein Ausdruck für… Erinnerungen für Gedanken, die auf Erinnerungen basieren, auf Erlebtem, auf Erfahrungen und dergleichen. Und du hast hier vor dir eine Schatzkiste stehen. Genau, die Kiste mit dem Erinnerungsgold. Bei Peters Reisen. Ist das Erinnerungsgold symbolisch für das, was wirklich bleibt? Ist es echtes Gold? Sie beißt gerade rein.

[00:07:52] Tine: Schokolade.

[00:07:55] Stephan: Wir haben ganz schön viele Münzen vor uns.

[00:07:56] Tine: Ja, ja, ja, ja. Das gibt nachher Zahnschmerzen. Aber egal, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. So.

[00:08:03] Stephan: wenn du, liebe Tine, für deine Erinnerungen. Für eine Erinnerung vielleicht: einen Goldtaler bekommen könntest aus dieser Schatztruhe. Vielleicht auch einer, da wir im Reisebus sitzen, die mit einem Reisebus zu tun hat … Für welche Erinnerung würdest du diesen Goldtaler, das Erinnerungsgold, nehmen und bekommen?

[00:08:22] Tine: Also ich glaube, ich würde diesen Erinnerungstaler verbinden mit einer Busreise, als ich - wie alt war ich? - 17, glaube ich, 16 oder 17 und ich bin mit zwei Freundinnen, ganz klassisch, Rainbow Tours gab es damals noch. Busreisen für junge Leute und wir sind ganz klassisch nach Lloret de Mar gefahren nach Spanien. Und wir hatten das unfassbare Glück, den kältesten Oktober. Es war Nebensaison, weil wir hatten ja auch wenig Geld. Das heißt, Hauptsaison konnten wir gar nicht bezahlen. Und es war im Oktober und wir haben den kältesten Oktober seit 40 Jahren erwischt. Da war die Freude groß, aber wir sind trotzdem schwimmen gegangen im Meer und wir hatten eine gute Zeit. Und im Bus war es schön warm.

[00:09:18] Stephan: vor Ort kann man ja auch den Strohhut aufziehen bei Kälte.

[00:09:21] Tine: Naja, also Strohhut haben wir damals glaube ich nicht. Wir hatten Anoraks an und Regen-Capes und Kapuzen.

[00:09:21] Stephan: und Regenwetter. Und dann war der Urlaub so richtig klischeehaft?

[00:09:31] Tine: Allein wegen des Wetters schon nicht. Weil Klischee wäre ja Sommersonne, Sonnenscheinparty am Strand. Wir waren viel im Hotel, wir haben uns viel drinnen aufgehalten.

[00:09:42] Stephan: Und der Sangria schmeckte dann nicht, bei der Kälte?

[00:09:44] Tine: Ah, guck mal, da war ich 16, 17, da haben wir, glaube ich, noch gar keinen Sangria getrunken. Also das war auch keine Disco-Zeit oder so. Das war eigentlich eher so, als wären wir schon 30 Jahre älter, war dieser Urlaub. Viel Kniffel gespielt im Hotelzimmer und so. Ja, weil das Wetter war schlimm. aber war auch lustig.

[00:10:05] Stephan: Ich finde, Gerüche sind ganz stark verbunden mit Erinnerungen. Kann man bei sich selber, finde ich, ganz gut testen. Wie roch’s zum Beispiel in der Kindheit, vielleicht nach dem, was gekocht wurde, was regelmäßig gekocht wurde, die Gerüche lösen was aus. Wenn du jetzt zum Beispiel an diesen Rainbow Tours-Urlaub denkst im Reisebus, an welchen Geruch denkst du dann?

[00:10:10] Tine: Absolut. Ja. Ja. an liebevoll von Mama geschmierte Stullen und Apfelschnitze. Tatsächlich. Ja, aber das ist, glaube ich, eine Erinnerung nicht nur von dieser einen Busreise, sondern… Im Grunde die gesamte Kindheit und Jugend. Weil als Kind und Jugendlicher sitzt - und ich finde das so schade, dass wir das irgendwann vielleicht gar nicht mehr machen - Du sitzt ja unheimlich viel im Bus. der Klassiker ist natürlich, du fährst auf einen Klassenausflug und der Bus hat gerade mal den Hof verlassen und du packst schon deine Stullen aus. Und das ist so ein Geruch, den ich damit verbinde. Ja.

[00:11:04] Stephan: Du hast solche braven Sachen erzählt, die man auch echt gut öffentlich erzählen kann, vor allem auch seinen Eltern.

[00:11:09] Tine: Ich bin Spätzünder. Ich bin erst Anfang der 20er wild geworden. Ich war das bravste Mädchen schlechthin. Aber ich habe dann spät angefangen mit über 20, also auch richtig Party zu machen und so. Und dadurch, dass ich so spät angefangen habe, hält das auch bis heute an. Ich bin noch nicht raus, ich bin noch nicht komplett durch damit.

[00:11:30] Stephan: Magst du uns eine Erinnerung teilen oder ein Geschehnis oder eine Verwicklung oder andere Dinge aus einer Busreise, die deine Eltern besser nicht wissen sollten?

[00:11:45] Tine: Ja, also da gab es ein Erlebnis, das hat aber jetzt nichts damit zu tun, dass ich irgendwie was Schlimmes gemacht habe, was die Eltern nicht wissen durften, sondern es war einfach eine Gefahrensituation. Da war ich schon ein bisschen älter. Da hatte ich gerade angefangen zu studieren. Und ich war im Rahmen eines Studentenaustauschs in Moskau. An der Lomonossow-Universität, habe dort in einer Gastfamilie gelebt. Und diese Gastfamilie, ich mein Moskau ist ja riesig und ein Moloch. Und die haben gelebt am Rande Moskaus und du hast mit öffentlichen Verkehrsmitteln anderthalb Stunden bis an diese Universität gebraucht. und meine Gastschwester … hat mich dann mitgenommen, um mir den Weg zu zeigen und wir mussten Bus fahren. Und es war tatsächlich im Winter, wie man sich das auch vorstellt, also irgendwie minus 14 Grad oder so. Und dieser Linienbus, der war so vollgestopft, dass an jeder Haltestelle musste erstmal die Hälfte des Busses aussteigen. von den Leuten, um die rauszulassen, die da aussteigen wollten. Und dann musste man wieder einsteigen. Und an einer Haltestelle … bin ich nicht mehr mitgekommen. Also ich stand dann alleine, es war noch dunkel, es war früh morgens, ich stand alleine in Moskau, irgendwo im Nirgendwo an dieser Bushaltestelle und der Bus war schon wieder weg. Das habe ich meinen Eltern, glaube ich, nie erzählt, weil ich meine Mama kenne. Die wäre tausend Tode gestorben. Und die hätte das nächste Mal, jedes Mal, wenn ich auf Reise wäre, oh Gott, Kind, nicht, dass mir was passiert. Es ist aber super gut ausgegangen, weil meine Gastschwester, die hat es geschnallt. Die hat gemerkt, oh Gott, ich habe die Tine verloren. Und dann ist sie an der nächsten Haltestelle ausgestiegen und ist eine Station zurückgefahren und hat mich da wieder eingesammelt. Also ich bin auch wirklich einfach so frozen da stehen geblieben, weil ich überhaupt nicht wusste, da gab es auch noch keine Handys oder so. Also ich war completely lost. Ich sprach die Sprache auch nicht. Ich spreche ein paar Brocken Russisch, aber es hätte jetzt noch nicht mal gereicht, nach dem Weg zu fragen.

[00:13:51] Stephan: Würdest du die gerne nachträglich aus deinem Leben streichen? War das die schlimmste Busfahrt …

[00:13:55] Tine: Ja. Also das schon. Klar war das die schlimmste Busfahrt. Aber ich würde sie nicht aus meinem Leben streichen wollen, weil… Es ja eine Erfahrung war, die mich letztendlich weitergebracht hat. Also, sie hat mir gezeigt, dass auch wenn was schief läuft, das nicht unbedingt bedeutet, dass dir was Schlimmes passiert. Es hat, glaube ich, das Urvertrauen noch mal gestärkt, dadurch, dass… das andere Mädchen, meine Gastschwester, dann wirklich auch zurückgekommen ist, um mich zu suchen. Und ich war hinterher auch ein bisschen stolz darauf, einfach dieses Abenteuer begangen zu haben und gut überstanden zu haben. Nee, ich finde auch, dass man schlechte Erfahrungen nicht streichen muss. Man muss sie bewahren. und … In der nächsten schwierigen Situation kann man die hervorholen und kann sagen, guck mal. Das hast du doch damals auch geschafft.

[00:14:57] Stephan: Oh, wie schön. Du hast ja auch viele Wagnisse gemacht. Ich selbst habe versucht, mal mit Musik erfolgreich zu sein. Das war sehr, sehr schwierig und für mich auch nicht möglich zu der Zeit. Oder ich habe es einfach nicht geschafft. Gitarrenmusik, würde ich sagen. Meiner Oma hätte ich ehrlich gesagt Gitarrenmusik. Genau. Die magst du auch, ne?

[00:15:07] Tine: Welche Musikrichtung? Ja, laute Gitarren. Mhm. I feel you. Ja?

[00:15:21] Stephan: Ja!

[00:15:23] Tine: Ich mag eigentlich alle Art von Musik. Es gibt aber bestimmte Musiken, zu denen kann ich am besten… Ausrasten, da gehört Metal definitiv dazu. Und ein guter Hip-Hop-Reggae, eine gute Hip-Hop-Reggae-Kombi bringt mich auch richtig nach vorne.

[00:15:46] Stephan: Jetzt stellen wir uns vor, wir fahren hier mit dem Reisebus los. Schöne Gruppe.

[00:15:48] Tine: Ja. Ja.

[00:15:51] Stephan: Stell dir vor, das Schlimmste, was passieren kann, die Musik, die du absolut nicht magst, auf die du nicht ausrasten kannst, wird jetzt gespielt. Welche Musik ist das?

[00:16:01] Tine: Ach, das gibt's nicht. Nee, also, irgendwer wird sie ja wohl bestellt haben, wenn sie kommt.

[00:16:01] Stephan: Gibt's das? Gibt's das? Ich bin …

[00:16:07] Tine: Und dann würde ich denken, okay, dann hören wir uns jetzt mal an, was du geil findest. Aber nur, wenn ich danach mir auch was wünschen darf. So, und zack, sind alle happy.

[00:16:14] Stephan: wie schön. Auch da vielseitig. Also mir gefällt, was du gerade beschrieben hast.

[00:16:18] Tine: Ja, ja, Musik ist Musik. Also Musik ist auch für mich, hat nichts mit Schubladen zu tun und nichts mit, das mag ich, aber das mag ich nicht.

[00:16:27] Stephan: Es gibt kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch

[00:16:30] Tine: Ja. Das hast du sehr gut gesagt. Ja.

[00:16:33] Stephan: Das kenne ich von meiner kleinen Tochter, die ist fünf Jahre alt und wenn sie sagt, ich kann mich nicht entscheiden für eine Kugel Eis, dann nimmt sie einfach alle.

[00:16:40] Tine: Ja, richtig so, richtig so, richtig so.

[00:16:45] Stephan: Tine, wir kommen mal so ein bisschen zu deiner Schülerzeit und Klassenfahrt. Wir gehen noch mal ein bisschen weiter zurück. Du, warst du ständig im Schulbus unterwegs oder Elterntaxi? Wie war das?

[00:16:47] Tine: Ach du je, okay? Ja. Nee. Nee … Elterntaxi, sowas gab es damals bei uns noch gar nicht. Bus. Jeden Morgen um 7 Uhr … 20. Fuhr der Bus in meiner klitzekleinen Heimatstadt, in meinem Heimatdorf. von der Haltestelle am Krankenhaus. Und dann waren es bis zur Schule so… Wie lange ist der Bus gefahren? 20 Minuten bestimmt. 20 Minuten eine halbe Stunde. Und natürlich ist man zur Haltestelle auch eigenständig hingelaufen. Also da gab es nichts von wegen, ich fahr dich zum Bus oder so.

[00:17:35] Stephan: Lernt man da auch Urvertrauen?

[00:17:36] Tine: Naja, du lernst auf jeden Fall, dass du für dich selber auch verantwortlich bist. Jetzt nicht im Sinne von, du fühlst dich alleine, aber es ist halt dein Ding, kriegst du den Bus oder nicht oder trödelst du … Oder gehst du noch mal kurz beim Bäcker rein, um weiße Mäuse und Gummitiere zu kaufen und zack fährt dir der Bus vor der Nase weg.

[00:17:53] Stephan: Hast du dafür dein Taschengeld aufgewendet …

[00:17:54] Tine: Ja, auch.

[00:17:55] Stephan: Was noch?

[00:17:56] Tine: Für was noch? Ah, ich habe sehr, sehr, sehr früh gelesen. Also ich habe dann natürlich auch immer die Bravo gekauft und so. Ja.

[00:18:03] Stephan: Weswegen? Wegen den Artikeln …

[00:18:04] Tine: Naja, schon wegen der Buchstaben, aber auch wegen der Bilder. So Starschnitt und so.

[00:18:12] Stephan: Was für ein Starschnitt hing denn bei dir im Zimmer?

[00:18:14] Tine: Oh, Hendrik Martz. Kannst dich an den noch erinnern? Schauspieler aus Bargteheide, Hendrik Martz. Patrik Pacard war damals die ZDF-Serie. Und die hatte so eine ganz tolle Titelmelodie. Und ja, ja, ja, also den fand ich toll.

[00:18:19] Stephan: Ne.

[00:18:31] Tine: Und Pierre Cosso, La Boum. die Fete, … Ja. Oh Gott.

[00:18:39] Stephan: Ja, schönes Erinnerungsgold, ne?

[00:18:41] Tine: Total, total, total. Ist gerade wie so eine Zeitreise.

[00:18:46] Stephan: Wir kommen zu Klassenfahrten von früher.

[00:18:54] Tine: Klassenfahrten von früher, … Sankt Andreasberg im Harz. Ja, das war auch ne Busreise. Aber da kann ich mich tatsächlich nicht mehr an die Details erinnern.

[00:19:08] Stephan: Wenn du gedanklich nach Sankt Andreasberg im Harz fährst, …

[00:19:11] Tine: Ja, ja, ja.

[00:19:14] Stephan: Wo saß die Tine? Vorne bei den Strebsamen nah am Busfahrer nicht mit dem Busfahrer sprechen oder ganz hinten?

[00:19:20] Tine: Ah, ha! Nicht während der Fahrt, nicht mit dem Fahrer sprechen. Hat nie geklappt, wir haben immer alle mit dem Fahrer gesprochen. Wo saß ich? Ich glaube tatsächlich eher mehr so in der Mitte. Direkt hinterm Fahrer nein. Ganz hinten auch nicht auf dieser Klassenfahrt, das weiß ich noch. Aber … Es gab eine Zeit, wo ich im Schulbus … am liebsten hinten gesessen habe. weil ich da nämlich etwas gemacht habe, was der Fahrer nicht mitbekommen durfte.

[00:19:58] Stephan: Jetzt wird's spannend.

[00:19:59] Tine: Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war. Elf oder vielleicht auch zwölf. Und ich hatte ein kleines Spatzenbaby gefunden in einem Gulli. Also ich ging da lang und hörte plötzlich so ein Fiepen aus diesem Gulli und dachte, was ist denn das? Und dann habe ich einen Nachbarn geholt, der hat mit mir diesen Deckel aufgehoben und dann haben wir da dieses Spatzenbaby gefunden… und das habe ich dann adoptiert und habe es mitgenommen. und habe es durchgefüttert, damit es überlebt. Alle zwei Stunden, musste da mit der Pinzette was rein. Und deshalb habe ich… Das Baby, ich habe ihn dann Gulli getauft. Der kleine Spatz hieß dann Gulli, weil er ja in einem Gulli gefunden wurde. Und der ist dann mit mir zur Schule gekommen. Dann hatte ich so ein kleines Körbchen mit einem Tuch drüber. Und bin mit Gulli immer zur Schule gefahren. Und es war aber klar, Tiere waren in diesem Schulbus nicht erlaubt. Ich meine, bei Linienbussen, klar, kannst du da einen Hund mitnehmen. Aber es war ein Schulbus. Und da gab es so Aushänge, wo drauf stand, was man in dem Bus alles nicht darf. Und da stand drauf keine Tiere. Und mir war klar, das gilt dann auch für Gulli. Also bin ich dann immer mit meinem Körbchen ganz verschüchtert, habe ich das immer so versteckt an dem Fahrer vorbei und dann ganz nach hinten, damit er das nicht mitkriegt.

[00:21:27] Stephan: Das heißt, du hast Regeln schon beachtet, aber du wusstest auch, …

[00:21:29] Tine: Ja, ich hab ja. Ja, ja.

[00:21:33] Stephan: Wie man Vögel in den Bus schmuggelt.

[00:21:34] Tine: Ja, Vögel auf der letzten Bank. Vögel auf der Rückbank.

[00:21:39] Stephan: Das ist die Schlagzeile.

[00:21:43] Tine: Sie haben das N vergessen. Nein, haben wir nicht Vögel auf der Rückbank. Pardon. Ähm…

[00:21:51] Stephan: Man könnte auch sagen, ein Vogel auf der Rückbank.

[00:21:54] Tine: Ein Vogel, ein sehr kleiner, süßer, zarter Vogel auf der Rückbank. Und habe mich gerne auch an Regeln gehalten. Und ich habe mich deshalb auch so viel an Regeln gehalten, weil ich so viel gelesen habe. Im Sinne von, wenn da so ein Aushang war im Bus. Den habe ich inhaliert. Buchstaben, Wörter, das war immer mein. Und dann habe ich das auch ernst genommen, was da stand.

[00:22:21] Stephan: Wenn wir uns nochmal zurückversetzen in deine Reisebuszeit in der Schule, so einen schönen Klassentrip irgendwo hin. Da gibt es ja so einen Song bestimmt oder vielleicht mehrere Songs, die dir in den Sinn kommen. Welcher ist das?

[00:22:32] Tine: Oh, den wir immer gehört haben mit dem Bus. Ja. Wir haben immer gehört, auch wenn wir gar nicht da hinfuhren, haben wir immer gehört, Westerland von den Ärzten.

[00:22:43] Stephan: Oh, ich hab solche Sehnsucht …

[00:22:44] Tine: Ja, ja, wann geht's zurück nach Westerland? Also, ja, der musste immer dabei sein.

[00:22:50] Stephan: Hast du mitgegrölt oder warst du still?

[00:22:52] Tine: Nee, ich hab mitgegrölt. Jetzt vielleicht nicht ganz so laut wie die anderen, aber ich war schon auch dabei. Innerlich. Ich habe innerlich gegrölt.

[00:23:05] Stephan: Sehr schön. Wenn du jetzt zum Beispiel hier einen Song reinmachen könntest in diesen Reisebus: was für ein Song wäre das jetzt?

[00:23:10] Tine: Ja.

[00:23:12] Stephan: worauf hättest Du Bock?

[00:23:12] Tine: Das wäre, das wäre, Leute, ihr schmeißt euch weg, das wäre tatsächlich der Song „A7“ von I-Fire. Eine Hamburger Reggae-Hip-Hop-Rap-Combo. Großartige Typen, grandiose Texte, richtig geile Texte. Wer Seeed mag, wird die Jungs lieben. Ich feier sie. Und die haben einen grandiosen Song gemacht über die A7. 400 Kilometer ohne Abbiegen. A7, A7. Und das muss man auf jeder Busfahrt hören.

[00:23:46] Stephan: Stau, Stau …

[00:23:49] Tine: So, wo die Baustelle lacht und die Fahrer Frust schieben. Genau so. Ja, ja, ja. Also wärmste Hörempfehlung für alle Busreisen, auch für Autofahrten im Ernstfall. I-Fire mit A7. Spektakulär. Aber du hast sofort gute Laune. Auch wenn du weißt, Baustelle geht noch 30 Kilometer und Stau ist noch 12. Und Pipi muss ich auch. Egal.

[00:24:14] Stephan: Was war denn früher, wenn du unterwegs warst, in deinem Koffer, was deine Eltern nicht mitbekommen sollten?

[00:24:21] Tine: Oh Gott, du willst es aber auch wissen jetzt, ne … Was war in meinem Koffer, was meine Eltern nicht? Nee, also da fällt mir jetzt nichts ein, was irgendwie… verboten gewesen wäre, aber ich habe etwas zweckentfremdet. Denn, du erinnerst dich ja, Buchstaben, Wörter und so weiter, dazu gehörte auch, dass ich immer unter der Bettdecke heimlich gelesen habe. Und zwar bis in die Puppen, bis 2 Uhr morgens, bis 3 Uhr morgens, obwohl um 6 wieder der Wecker klingelte wegen Schule und so weiter. Deshalb ist legendär, wie schwer ich immer aus dem Bett gekommen bin. Meine Mutter hat es gehasst. Die … hatte richtig viel zu tun, mich zu wecken, weil ich dann auch immer wieder eingepennt bin, weil ich halt bis morgens um halb drei gelesen hatte. Das war Schweden war das, glaube ich. CVJM, Zeltlager. Nee, da waren wir sogar in so kleinen Blockhütten untergebracht. Und da hatte ich die Taschenlampe in den Koffer geschmuggelt, konnte das aber den Eltern gegenüber natürlich verkaufen, weil ich einfach behauptet habe, auf dem Gelände, die Klos sind woanders. Und auf der Liste stand drauf, wir sollen eine Taschenlampe mitbringen, damit wir nachts zum Klo finden. Aber eigentlich habe ich sie gebraucht, um unter der Bettdecke zu lesen, weil man war ja nicht in einem Einzelzimmer. Man war natürlich in so einem Sechsbett. Bums. Ja. Ja. Ja, aber ganz harmlos eigentlich.

[00:25:48] Stephan: und Vögel im Zelt …

[00:25:50] Tine: Vögel im Zelt nicht, aber ich weiß noch, auf dieser Fahrt, oh Gott, oh Gott, oh Gott, das kommt jetzt alles wieder, auf dieser Reise nach Schweden, ich war ganz schlimm verknallt in einem von den mitreisenden Jungs. Ich glaube, er hieß Michael, ich bin mir aber nicht hundertprozentig mehr sicher … Und ich war ganz schlimm verknallt und ich habe mich so blöd benommen, dass es alle gemerkt haben und das war fürchterlich peinlich. Es ist auch nie was geworden. Es ist auch … Macht nichts.

[00:26:21] Stephan: Das ist auch Erinnerungsgold.

[00:26:22] Tine: Ja, absolut. Also das würde ich sagen, diese Schwedenreise ist auch schon hier die halbe Kiste. Also, da sind wir beim Lagerfeuer machen, haben wir uns da fast abgefackelt und ach. Also richtig, wie man sich das so vorstellt. So, ich habe ganz viel gelesen. Ich bin immer in die örtliche Bücherei mit dem Fahrrad und habe da stapelweise das Zeug rausgebuckelt. Viele Jugendbücher natürlich. Aber, halte ich fest, ich habe tatsächlich auch… Als junges Mädchen, da muss ich, das war so von 13 bis 15 ungefähr, habe ich die komplette Bibel gelesen. Das Alte und das Neue Testament, also nicht in eins durch, natürlich nicht, aber wirklich von vorne bis hinten, alles.

[00:27:10] Stephan: Was hat dich dazu gebracht?

[00:27:13] Tine: Die Neugier und natürlich der Umstand, dass dieses Buch so lange ausgereicht hat, dass ich nicht so oft in die Bibliothek radeln musste. Das hat ja dann ein paar Wochen gehalten. Und das war ja auch spannend. Und meine Oma hat uns immer aus der Kinderbibel vorgelesen. Da sind die Geschichten ja noch ein bisschen anders. Und ich fand das ganz spannend, auch rauszufinden für die Kinderbibel, wie wurde denn das jetzt verändert und so. Nicht, dass ich da jetzt noch ganz viel von erinnere. Das nicht, dafür ist es zu lange her. Aber …

[00:27:47] Stephan: Ja, sehr, sehr schön.

[00:27:47] Tine: Naja, ging auf die Augen. Ich war dann ganz schlimm kurzsichtig.

[00:27:54] Stephan: Ich hoffe, du kannst heute noch Bücher lesen, jede Menge.

[00:27:56] Tine: Ja.

[00:27:57] Stephan: Was liest du gerade?

[00:27:59] Tine: Was lese ich gerade? Ich lese gerade ein Buch, beziehungsweise fange es gerade an. Ich kann zum Inhalt noch nicht so viel sagen. Das hat mir ein guter Freund geschenkt. Schiffbruch mit Tiger heißt das … Autor habe ich vergessen, aber Schiffbruch mit Tiger und das soll ganz, ganz toll sein.

[00:28:18] Stephan: Ich muss gerade denken an Janosch.

[00:28:20] Tine: Ja, ja, ja, denkt man automatisch dran irgendwie, ne? Ja.

[00:28:23] Stephan: Ja. Auch wunderschöne Geschichten, die man auch als Erwachsener nochmal lesen kann.

[00:28:26] Tine: Ja. Ja.

[00:28:28] Stephan: Kann ich nur sehr, sehr empfehlen als Hörtipp, als Lesetipp, besser gesagt. Kann man auch hören.

[00:28:28] Tine: Absolut. Als Hörtipp geht ja auch im Ernstfall. Hörbücher mag ich auch gern.

[00:28:35] Stephan: Oh, wie schön ist Panama. Über das Fernweh und um wegzugehen, irgendwo hin, um dann festzustellen, dass es zu Hause dann doch am schönsten ist.

[00:28:43] Tine: am schönsten und so. Also ganz ehrlich, so gern ich auch reise, ich empfinde das so. Zuhause ist am schönsten. und, Im Auto oder im Bus kann ich zum Beispiel schlecht lesen, weil mir dann übel wird. Das kennen bestimmt ganz viele. Und deshalb Stichwort hören. Das ist ja ganz grandios, dass du alles heute als Hörbücher kriegst. Und dann steckst du dir deine Pröppels rein. Bist bestens unterhalten, störst die anderen nicht. Super. Ja.

[00:29:15] Stephan: Ich finde auch wunderschön, wenn man sich mit anderen Menschen, die man gerne hat, verabredet und man liest gemeinsam ein Buch. Also jeder für sich und man spricht darüber.

[00:29:24] Tine: Ach, das habe ich noch nie gemacht …

[00:29:25] Stephan: so ein bisschen wie... Kann ich sehr empfehlen. So ein bisschen wie Busfahren. Du gehst auf eine gemeinsame Reise. Und dann schaust du, wie die Eindrücke waren jeweils und gleichst sie ab. Das ist eine tolle Erfahrung, sehr empfehlenswert.

[00:29:39] Tine: Ja, das stimmt. Das stimmt.

[00:29:41] Stephan: Und wenn man sich mal einlässt auf Reisebus. Da sitzt du mit ganz vielen anderen Menschen im Bus, die du vielleicht gar nicht kennst. Das sind Fremde für dich. Fremde, wenn du einsteigst. Dann fährst du irgendwo hin, verbringst gemeinsame Zeit und du steigst am Ende wieder aus und hast Bekannte, Freunde vielleicht oder vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.

[00:30:00] Tine: Vielleicht.

[00:30:03] Stephan: Ist das nicht schön?

[00:30:05] Tine: naja, also … Das ist ja genau das Ding. Wir leben ja mittlerweile oft in, auf neudeutsch würde man sagen, in so einer Bubble oder in unserer eigenen Blase. Wir haben die Leute, mit denen wir uns umgeben, die wir kennen und so weiter. Diese Orte, wo sich viele unterschiedliche Leute durchmischen, werden immer weniger. Die Kneipen sterben weg und so weiter. Also wo hast du denn wirklich noch die Möglichkeit, in so einem … etwas größeren, aber immer noch nicht riesigen Rahmen. Also wenn ich mit 40 anderen Leuten im Bus sitze, ist das immer noch nicht: ich muss mich auf 10.000 Leute in irgendeiner Konzertarena einlassen. Es ist immer noch so überschaubar, aber parallel gibt es dir eine Möglichkeit, einfach auch mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, ins Gespräch zu kommen. Und dieses Gefühl zu haben, einer… wenn auch vorübergehenden Gemeinschaft. Also einfach auch mal so Teil einer Gruppe zu sein und so. Ich finde das eigentlich sehr schön. Und glaube, dass es vielen von uns auch gut tut, wieder so in Kontakt zu kommen. Ja.

[00:31:20] Stephan: Würdest du sagen, Reisebusfahren ist eine Frage des Alters?

[00:31:24] Tine: Nee. Nee. Ich mein… Also, überlegen wir mal die unterschiedlichen Optionen. Fliegen … Finde ich zumindest, Fliegen ist Stress. Außerdem habe ich beim Fliegen, ich habe immer Angst um meinen Koffer, weil ich das schon oft erlebt habe. Ich war da, wo ich hinwollte, mein Koffer nicht. Und ich finde Fliegen auch körperlich anstrengender. weil du ja auch an diesen Sitz getackert bist und so weiter. Ich meine, im Bus kannst du mal aufstehen, kannst mal rumlaufen. Das kannst du in der Bahn auch, zugegeben. Aber CO2 ist Bus dicht dran oder sogar noch leicht besser als Bahn, je nachdem, welche Statistik man bemüht. Da geht es dann um die sogenannten Personenkilometer, wie viel Ausstoß du da hast. Und du hast hier ja alles. Ich meine, und auch die Toiletten funktionieren mittlerweile in den modernen Reisebussen doch sehr zuverlässig. Ich weiß noch, früher war es dann immer so. Auch auf dieser Rainbow Tours-Tour, da sollte man die Toilette eigentlich gar nicht benutzen. Da wurde dir gesagt, nur im äußersten Notfall. Und das war dann natürlich total peinlich, weil dann ja alle auf dich geguckt haben, wenn du da hingegangen bist. Und meines Wissens ist das heute nicht mehr so, sondern diese Toilette ist wirklich jederzeit auch für jeden erreichbar. Und deshalb würde ich sagen, das ist was für jede Altersgruppe. Und wenn ich keinen Bock auf Fliegen habe oder mir das zu stressig ist, natürlich umso mehr. Klar. Ich weiß noch, letztes Jahr, ich spiele ja Theater mit dem Jedermann und da sind wir mit dem ganzen Ensemble im Reisebus nach Regensburg gefahren zu den Schlossfestspielen. für so eine Kamikaze-Vorstellung. Weißt du, abends ankommen, vier Stunden proben, Vorstellung spielen, wieder abrauschen. Und das war dann auch wie so ein Klassenausflug wieder, ist aber erst jetzt ein knappes Jahr her. Also… Es geht in jedem Alter und ich finde, in jedem Alter macht es auch irgendwie Spaß, weil es eben auch so diese Erinnerungen an früher so ein bisschen hochholt.

[00:33:32] Stephan: Und das Schöne ist, Du hast beim Reisebus einen Fahrer, der nicht nur kalte Getränke hat, und auch die Toilette offen lässt.

[00:33:39] Tine: Dich sogar Würstchen heiß macht in der Pause.

[00:33:42] Stephan: Ich glaube auch vegan, das geht auch.

[00:33:44] Tine: Wirklich jetzt? Ja gut, das ist für mich persönlich jetzt nicht so kriegsentscheidend. Ich nehme auch, also ich nehme gerne die ganz normale Bockwurst. Aber das finde ich so cool. Also ich glaube, hier bei Peters Reisen ist das tatsächlich so, dass die Busfahrer dann in der Pause die Würstchen kredenzen. Und das nennt man dann, habe ich schon gelernt, das ist dann das Fünf-Gang-Menü. Nicht, weil der Bus vier Gänge hat und die Wurst ist der fünfte, sondern weil alles mitzählt. Die Serviette, der Senf, die Pappe, die Wurst. Was habe ich denn jetzt vergessen?

[00:34:19] Stephan: Brötchen …

[00:34:19] Tine: Wir haben die… und gibt es ein Brötchen da? So, dann… so, Fünf-Gang-Menü. Klarer Fall. Ich lieb's.

[00:34:28] Stephan: Aber sowas, was ich gerade rausgehört habe von dir, du würdest keinen Reisebus haben wollen, der auch Matcha Latte serviert, du würdest auch ein Kännchen Kaffee nehmen.

[00:34:30] Tine: Ja. Also ein Reisebus, der Matcha Latte serviert. Mein Gott, wie komfortabel kann es werden. Gibt es das?

[00:34:43] Stephan: Bei Peters Reisen vielleicht?

[00:34:43] Tine: Bei Peters Reisen? Könnt ihr das mal in die Kommentare oder so? Sagt doch mal, gibt's bei euch auch Matcha Latte im Reisebus? Also für mich tut's ein Käffchen, tatsächlich, ja.

[00:34:56] Stephan: Schon ein bisschen klischeehaft, …

[00:34:58] Tine: Ja, das sind ja schöne Klischees, oder?

[00:35:00] Stephan: Magst du Klischees?

[00:35:01] Tine: Nein, eigentlich mag ich Klischees nicht. Klischees sind ja… Weißt du, woher das Wort stammt? Also wenn du zum Beispiel im Druckereigeschäft bist und du machst internationale Geschäfte, dann das Wort für Druckvorlage ist oft Klischee. Und das ist nichts anderes als so ein Abziehbild oder eine Vorlage für irgendwas.

[00:35:23] Stephan: Denkvorlage.

[00:35:24] Tine: Zum Beispiel auch. Und ich mag das überhaupt nicht. Ich mag auch keine Schubladen und so. Alles, was ich tue, hat eigentlich auch immer so ein bisschen damit zu tun, dass ich Schubladen sprenge, sprengen will, gezielt aufbreche. Und ich werde auch sauer, wenn ich in Schubladen gepackt werde. Da hab ich gar keinen Bock drauf. Deshalb, nein, ich mag keine Klischees, aber sie haben halt alle immer doch auch irgendwie so ein bisschen einen wahren Kern.

[00:35:50] Stephan: Die perfekte Überleitung. Wir sprechen mal über ein paar Klischees beim Reisebus fahren.

[00:35:51] Tine: Na! Okay.

[00:35:57] Stephan: Ich sag dir jetzt mal ein paar Klischees und ich würde dich bitten, dass du einfach dazu sagst, stimmt, stimmt nicht und das einordnest.

[00:35:58] Tine: Okay. Okay. Ja? Gut.

[00:36:06] Stephan: Bin sehr gespannt. Können wir losfahren?

[00:36:09] Tine: Lass uns losfahren.

[00:36:13] Stephan: Reisebus fahren ist eine Kaffeefahrt mit Verkaufsvorführung.

[00:36:18] Tine: Ne. Ich weiß nicht, gibt's das überhaupt noch? Diese klassischen Kaffeefahrten mit…

[00:36:26] Stephan: Die verkaufen auch bestimmt Heizdeckchen …

[00:36:28] Tine: Ja, also klar, wahrscheinlich gibt's das. Aber ich persönlich glaube, es gibt viel, viel mehr Busreisen, die das nicht haben. Also vom Städtetrip über die Rundreise bis hin zum Kulturausflug, Tagesausflüge irgendwo. Hier bei Peters Reisen, wenn du da den Katalog durchgehst, dir gehen ja die Augen über, was du da alles machen kannst. und ins Alte Land und eben auch ganz viel mit Naturkontakt und tolle alte Höfe angucken und so. Das liebe ich. Und es muss dann auch nicht immer, keine Ahnung, der Strandbomber nach Lloret sein, sondern du kannst ja aus ganz, ganz vielen Zielen und Modellen auswählen. Also auch da haben wir wieder diese Vielseitigkeit. Du musst aber eben willens… und mental in der Lage da zu sein, diese Vielfalt zu entdecken. und anzuerkennen und auszuprobieren.

[00:37:25] Stephan: dich drauf einzulassen.

[00:37:26] Tine: Ja.

[00:37:27] Stephan: Und wenn man sich darauf einlässt, erkennt man auch, dass Klischees… einfach nur Druckvorlagen sind, …

[00:37:33] Tine: Mit einem wahren Kern meistens, aber was ich aus einem Klischee mache, liegt letztendlich an mir. wie ich damit umgehe.

[00:37:43] Stephan: Nächstes Klischee: Der Fahrer, der Busfahrer, hält grundsätzlich nie bei McDonald's.

[00:37:48] Tine: Das stimmt nicht. Das kann ich hundertprozentig bestätigen, dass das nicht stimmt. Hier, Jedermann letztes Jahr Regensburg, Schlossfestspiele, das ganze Ensemble in einem Bus. Und wo hat der Busfahrer gehalten? Bei McDonald's. Und wer ist nicht mitgegangen zu McDonald's? Ich. Warum? Ich hatte Schnittchen dabei.

[00:38:15] Stephan: Das gibt ja auch ein Klischee…

[00:38:17] Tine: Und Apfelschnitze.

[00:38:18] Stephan: Und das ist ja auch ein Klischee. Und es hat einen wahren Kern, wie du gesagt hast. Einen Apf …

[00:38:20] Tine: Ja. Ja, absolut. Ja.

[00:38:24] Stephan: Wie schön.

[00:38:25] Tine: Die Brotdose von früher. Also ich liebe das. Ich mache das bis heute so, auch wenn ich mit dem Auto fahre. Ich lebe ja im Wendland, da ist die nächste Autobahnauffahrt 80 Kilometer … Das heißt, du weißt ganz genau, in zwei Stunden kriegst du weder was zu essen noch zu trinken oder so. Und dann lernst du das wieder, ne? Dann machst du dir eine Thermoskanne Kaffee, dann schmierst du dir Stullen, kochst dir ein paar harte Eier und los geht das. Und was das an Geld spart. Irre.

[00:38:55] Stephan: Sag mal, 80 Kilometer bis zur nächsten Autobahnauffahrt, das ist ja schon eine Menge Holz, sprichwörtlich.

[00:38:57] Tine: Ja. Ja. Oder viele Kartoffellaster und Trecker, die du überholen musst.

[00:39:04] Stephan: 80 Kilometer bis zur nächsten Autobahnauffahrt heißt ja, das ist ja irgendwo ganz weit draußen. Das ist ja Provinz.

[00:39:08] Tine: Ja, das stimmt. Ja, wobei Provinz etwas Wunderbares ist. Das ist ja auch wieder so die Frage der Perspektive. Was bedeutet der Begriff Provinz für dich? Wie sprichst du diesen Begriff aus, mit welchem Tonus und in welchem Kontext? Ich liebe die Provinz. Und ich sage immer, Stadt kann jeder, Provinz musst Du können. Weil du da eben auch noch teilweise, klingt total absurd, aber ist so, du hast dort noch ein dichteres Leben als in der Stadt. In der Stadt kannst du anonym untertauchen. Das wird auf dem Land nicht funktionieren. Beziehungsweise, wenn du das machst, bist du gefährdet, gar nicht zu überleben, weil du die anderen ab und an einfach brauchst. So ist das auf dem Dorf.

[00:39:53] Stephan: Ich finde im Deutschen ist das Wort provinziell eher so ein bisschen negativ konnotiert. Das Lustige finde ich immer in dem Beispiel: Kräuter Provencale klingt total mondän, weltläufig.

[00:39:56] Tine: Ja. Ja, ja … Ja! La Provence!

[00:40:07] Stephan: La Provence. Wenn es im Deutschen eine Region gäbe, die die Provinz heißt und würdest Kräuter der Provinz verkaufen, ich glaube, das wäre ein bisschen schwieriger. Das ist interessant.

[00:40:17] Tine: Ja, naja, aber so sind halt einzelne Begriffe immer auch irgendwie besetzt, ne? Durch, keine Ahnung. Und man kann das aber ja dann auch … umdrehen und wenn das genug Leute oft genug machen … verändert sich vielleicht dieser Tonus. Und ich kann nur sagen, ich liebe Provinz. Für mich ist das überhaupt nicht negativ behaftet. und ja. Das Landleben ist sowieso das Schönste. Also für mich persönlich jetzt. Ich habe ja 25 Jahre in Hamburg gelebt. Ich kenne auch das Stadtleben. Und Hamburg immer noch schönste Stadt der Welt und so. Kein Ding. Aber wenn ich heute die Wahl habe zwischen… Stadt und meinem kleinen 48-Einwohner-Dörfchen. weiß ich immer, wofür ich mich freudestrahlend entscheide. fürs Dorf.

[00:41:16] Stephan: Wenn es um die Frage geht, ob du in der Stadt lebst oder auf dem Land, … bist du sehr klar

[00:41:21] Tine: Ja.

[00:41:22] Stephan: und sehr fest entschlossen.

[00:41:24] Tine: Ja, ich komme ja aus Ostwestfalen, ostwestfälisches Landmädchen, Dickkopf, keine Kompromisse, entweder ganz oder gar nicht. Nun ist es aber auch so, das muss man auch wirklich dazu sagen, ich bin ja weiterhin durch meine vielen Live-Auftritte und so bin ich ja quasi nonstop auf Reisen. Es ist ja jetzt nicht so, dass ich irgendwie 48 Wochen im Jahr… da auf dem Land hocke und mich nicht bewege, sondern ich bin weiterhin ganz, ganz viel unterwegs. und habe natürlich parallel dieses Stadtleben auch noch. weiß aber, dass ich ganz schnell Heimweh kriege. Also drei Tage in der Großstadt reichen mir völlig. Dann bin ich schon kurz davor, irgendwie einen an der Marmel zu kriegen. Muss dringend wieder aufs Land. Ich habe halt beide Welten. Und ich weiß aber ganz, also die Welt in der Stadt ist dann auch aufregend und da kannst du tolle Sachen machen. Jetzt am Montag war ich in Hamburg im Knust auf einem tollen Konzert und so. Aber der Lebensmittelpunkt und die Ruhe und die Kraft … um dann wieder die nächste Reise anzutreten. Die hole ich mir da in dem alten Kasten auf dem Land. Ich kann laut, ja, und ich kann auch durchaus feiern und so. Aber … Also ich liebe auch diese Kontraste. Du kommst aus Berlin nach Hause, da war Remmidemmi, irgendeine Rote-Teppich-Party, bla bla bla, große Aufregung, schakalaka, boom. Und dann komme ich wieder nach Hause da in meinen Nabel der Welt im wundersamen Wendland und sitze da zehn Minuten auf der Terrasse und denke echt so: war was? Das ist wirklich so voll. Du wirst von einer Welt in die andere geworfen. und die erholsamere und die… für mich auch produktivere ist die … die Landumgebung, weil ich dort kreativ arbeiten kann. Was ich mache, entsteht in dieser Ruhe, entsteht in diesem besonderen Setting.

[00:43:32] Stephan: Ist das dann so, dass du… dass du die Ruhe vielleicht deswegen umso mehr schätzt, weil du sonst ganz, ganz, ganz laut im Trubel unterwegs bist.

[00:43:39] Tine: Bestimmt. Best … Ja, bestimmt. Bestimmt. Ich glaube schon, dass das auch was mit Ausgleichen müssen zu tun hat. Es hat aber, glaube ich, auch damit zu tun, schlichtweg mit dem Älterwerden … mit dem Gefühl, nichts mehr zu verpassen. Ich denke manchmal, ich bin 70. Ich bin jetzt 53, aber ich denke manchmal, ich bin 70 oder 80, einfach weil ich schon so wahnsinnig viel… erlebt habe in diesen 53 Jahren und auch so wahnsinnig viele … Menschen und also es ist einfach wie so ein riesiger Reigen. Dadurch suche ich nicht mehr nach Aufregung, in dem Sinne schon noch nach Inspiration. Aber diese Inspiration finde ich dann eher zum Beispiel im inneren Gespräch oder in der Reflexion oder in der Ruhe. Dafür brauche ich keinen Input von außen mehr. Das habe ich gehabt und ich habe keine Angst mehr, was zu verpassen. weil ich das alles hatte so. Und jetzt ist es einfach spannender, den Rest, den Rest klingt bescheuert, das andere zu entdecken, also das eigene Innenleben auch und dieses einfache Leben dicht an der Natur. Dann kämpfst du gegen den Maulwurf. Ja, Leute, er steht unter Naturschutz. Ich weiß, dass ich ihn nicht umbringen darf. Mach ich auch nicht. Ich trage ihn immer vom Grundstück. Dann beißt er mir in die Finger. Wusstest du, wie Maulwürfe beißen können? Die können richtig fies zwicken und die fiepen, die können richtig Krach machen.

[00:45:04] Stephan: Nein, noch nicht.

[00:45:10] Tine: So, ich trag ihn dann immer vom Grundstück und zwei Tage später meint er so: „Hallo, da bin ich wieder.“

[00:45:16] Stephan: Der mag es auch bei dir.

[00:45:17] Tine: Der liebt das. Wir haben super Erde im Wendland. Und ich sage dir, wenn ich nachher nach Hause komme, … Dann ist wieder alles, der hat im Moment ist das komplette Grundstück unterhöhlt. Du kannst auch nicht mehr mit, also selbst die Absätze, selbst solche Mini-Absätze an Stiefeln sind schon zu viel, weil du überall einsinkst. Da kannst du nur noch mit Gummistiefeln und so. (lacht) Aber ich lieb's.

[00:45:44] Stephan: Kommen wir weiter zu Busklischees.

[00:45:46] Tine: Ja.

[00:45:48] Stephan: Ich hab noch eins für dich …

[00:45:49] Tine: Oh Gott, ja. Was hast du noch?

[00:45:51] Stephan: Die Toilette ist leider defekt und abgesperrt. Also es tut mir wirklich leid.

[00:45:53] Tine: Ich habe keine Ahnung.

[00:46:00] Stephan: Applaus für den Fahrer bei der Ankunft.

[00:46:04] Tine: Also ich würde fast sagen, mittlerweile hat der Fahrer auch Applaus bei der Abfahrt verdient. weil so ein Reisebus … nach meiner Information … fährt in der Regel. An dem Tag ab, wo es auch im Katalog steht und auch um die Zeit. Das ist ja bei vielen anderen Verkehrsmitteln mittlerweile so überhaupt nicht mehr so. Deshalb würde ich im Ernstfall sogar auch bei der Abfahrt schon klatschen. Einfach weil man weiß, jetzt geht's los. Hurra!

[00:46:37] Stephan: Tee oder Kännchen Kaffee?

[00:46:39] Tine: Kaffee. Wenn ich freiwillig Tee trinke, wisst ihr: Die ist todkrank. Am besten Notarzt rufen. Ich bin keine Teetrinkerin, nie gewesen.

[00:46:51] Stephan: Und ganz Deutschland wird dich jetzt künftig anschauen, wenn du was trinkst und sich fragen, ist das Tee?

[00:46:56] Tine: Ist das Tee? Ja. Und dann alle schon mit der weißen Jacke.

[00:47:02] Stephan: Und wenn du einen im Tee hast?

[00:47:03] Tine: Wenn ich einen im Tee habe, was ich dann trinke?

[00:47:04] Stephan: …dann Tee?

[00:47:07] Tine: Du meinst am Morgen danach, wenn ich einen Kater habe …

[00:47:08] Stephan: Ja.

[00:47:11] Tine: Tatsächlich Buttermilch. Buttermilch ist das Beste. wenn du 'n Lütten über'n Durst … Ja, Buttermilch oder Ayran.

[00:47:20] Stephan: Das sind praktische Tipps …

[00:47:21] Tine: Spektakulär.

[00:47:22] Stephan: Die kann man brauchen. (lacht) Fensterplatz oder Gangplatz?

[00:47:29] Tine: Also im Idealfall würde ich ja sagen, neben jemandem sitzen, mit dem man sich absprechen kann und dann immer mal wieder tauschen. Ja. Beides.

[00:47:40] Stephan: Raststätten-Currywurst oder mitgebrachtes Brot mit Ei.

[00:47:44] Tine: Beides …

[00:47:46] Stephan: Das überrascht mich. Das überrascht mich.

[00:47:47] Tine: Weil das mitgebrachte Brot mit Ei habe ich ja schon gegessen, noch bevor die nächste Raststelle kommt. Und dann kann man an der Raste … Allerdings würde ich tatsächlich nicht die Currywurst nehmen, sondern mein Standard ist: Auf jeder Reise über 400 Kilometer ist eine Bockwurst ein Muss. mit Senf, also Fünf-Gang-Menü. So …

[00:48:10] Stephan: Macht Bock. Wurst.

[00:48:11] Tine: Macht Bock! Wurst macht Bock, Wurst.

[00:48:14] Stephan: Wenn du müde bist und so ein bisschen halb am Wegdösen bist, Nackenkissen oder Schulter des Sitznachbarn.

[00:48:21] Tine: Ah, das kommt ganz drauf an, wer daneben sitzt.

[00:48:24] Stephan: Hast du ein Nackenhörnchen dabei?

[00:48:27] Tine: Ja, ein aufblasbares. Da kann man auch die Luft rauslassen. Kann ich auch sehr empfehlen.

[00:48:29] Stephan: auch praktisch. Rundreise oder Städtetrip.

[00:48:35] Tine: Beides?

[00:48:37] Stephan: Nimmst du … die Reiseleitung mit dem Schirmchen oder auf eigene Faust mit Google Maps?

[00:48:44] Tine: Tatsächlich lieber die Reiseleitung mit Schirmchen. Ich liebe Analoges. Ich bin Digital-Legasthenikerin. Dieses ganze Geblinke und Gedingse und Gedrücke und… Nee. Also ich wäre lieber für den Regenschirm und die persönliche Ansprache. Ja.

[00:49:02] Stephan: Abfahrt ganz weit hin irgendwo. 5 Uhr morgens. oder 12 Uhr mittags.

[00:49:09] Tine: 12 Uhr mittags. Kein Kommentar … Ich sage nur lesen bis 3 Uhr unter der Bettdecke.

[00:49:17] Stephan: Okay. Bustoilette … Oder aushalten bis zur nächsten Raststätte.

[00:49:26] Tine: Bustoilette … Aushalten, Leute, ne. Wie heißt das? Und jetzt hört gut hin, ich bin zu alt für diesen Scheiß. Wenn ich auf Klo muss, muss ich auf Klo. Sofort. Da gibt es keinen Verzug.

[00:49:42] Stephan: Und dann für die Insider, der ich nicht bin.

[00:49:46] Tine: Was kommt jetzt?

[00:49:46] Stephan: Du hast bei Die Verräter mitgespielt und ein Bus mit 50 Menschen fährt fünf Tage durch die Toskana.

[00:49:49] Tine: Ja. Ja. Aha.

[00:49:55] Stephan: Wir haben ja gesagt, wir können Menschen gut kennenlernen auf so einer Busfahrt. Woran erkennst du den Verräter?

[00:49:57] Tine: Aha. Der blockiert die ganze Zeit die Toilette. Das ist das Beste, wie du deine Mitspieler mürbe machen kannst.

[00:50:10] Stephan: Okay.

[00:50:11] Tine: Kurz und schmerzlos.

[00:50:12] Stephan: Ist das Folter?

[00:50:14] Tine: Für mich ja. Absolut.

[00:50:18] Stephan: Was würdest du sagen übersehen denn Menschen, die über Busreisen lästern?

[00:50:22] Tine: Über Busreisen lästern. Also ich könnte mir vorstellen, dass das Menschen sind, die lange, lange, lange selber schon gar keine Busreise mehr gemacht haben. Lästern bedeutet ja auch immer, negative Dinge in den Vordergrund zu stellen, ohne zu wissen, ob das wirklich der Wahrheit entspricht. Und ich würde diesen Leuten empfehlen, … Einfach mal das Wagnis einzugehen und mal wieder eine Busreise zu machen. Es muss ja nicht unbedingt die Kaffeefahrt mit der Heizdecke sein, um mein eigenes Klischee nochmal zu bestätigen.

[00:51:01] Stephan: Würdest du eigentlich, wenn du auf Kaffeefahrt mit Heizdecke gehst, würdest du deine Katze Smörchen … mitnehmen? Oder bleibt die zuhause beim Hausgeist?

[00:51:08] Tine: Ja, Smörchen bleibt daheim, Smörchen würde mir was husten. Smörchen ist ja also die vielleicht glücklichste Katze der Welt. Freigängerin, komplett autark, ist in Haus und Hof unterwegs. Grandiose Jägerin. Wirklich super, die ist mittlerweile fast 15 Jahre alt, aber die ist richtig noch in Schuss und fit und… Pardon my French, ballert da die Mäuse weg. Aber sie ist an Haus und Hof gebunden. Ich hatte allerdings mal eine Katze. „Der Katze“ war sein Name. Der Katze war ein alter, kugelrunder Perserkater. kein Freigänger, … Und der Katze ist wirklich mit mir mitgereist damals, als ich „Einsatz in 4 Wänden“ gedreht habe. Der hat dann in den Hotelzimmern gewohnt. Mit dem konnte man das machen. Der fand das auch super. Der hatte damit gar keinen Stress. Aber mit Smörchen würde das nicht gehen.

[00:52:11] Stephan: (lacht)

[00:52:12] Tine: Die würde mir die Augen auskratzen und alles andere abbeißen.

[00:52:17] Stephan: Vielleicht kommt Smörchen auch aus Ostwestfalen. Wie sagtest du vorhin? Ganz oder gar nicht.

[00:52:22] Tine: Smörchen ist Dänin. Smörchen wurde als Babykatze … in Dänemark gefunden am Strand und sie wog, halte Dich fest, keine 250 Gramm. Es war also wirklich nur so eine Handvoll. Und Smør ist ja das dänische Wort für Butter. Und weil sie nicht mehr wog als ein halbes Pfund Butter, haben wir sie Smør genannt. Und gerufen wird sie Smörchen, weil sie immer so klein und zierlich geblieben ist.

[00:52:53] Stephan: Klingt auch streichzart. Streichelzart …

[00:52:54] Tine: Nein! Smörchen denkt, sie ist ein Rottweiler. Und so lebt sie auch. Langsam wird sie ein bisschen ruhiger, aber Smörchen fällt dich auch an, wenn du fremd bist. Dann hockt sie unterm Tisch, du willst eigentlich nur aufs Klo als geschätzter Gast und bumms hast du ein paar sitzen. Also Smörchen wird mit sehr viel Respekt behandelt. Bei mir ist es was anderes. Wir leben seit 15 Jahren zusammen. Mittlerweile, also mir gegenüber, ist sie sehr kuschelig. Aber bei anderen holt sie dann doch lieber den Dobermann raus.

[00:53:31] Stephan: Peters Reisen …

[00:53:32] Tine: Ja?

[00:53:33] Stephan: gibt es schon seit 95 Jahren, in jetzt vierter Generation.

[00:53:34] Tine: Ja. Ja.

[00:53:37] Stephan: Magst du mal?

[00:53:38] Tine: Wahnsinn, oder? 95 Jahre?

[00:53:40] Stephan: und von vier Generationen. in Familienhand …

[00:53:42] Tine: Und immer noch in Familienhand, ja. Finde ich beeindruckend, ja.

[00:53:43] Stephan: Merkt man auch, … Auch hier am Bus.

[00:53:46] Tine: Auch im Bus weiß ich jetzt nicht. Aber ich glaube, man merkt es im Umgang miteinander und auch in der Art, wie die Gäste behandelt werden, weil dieses familiäre Gefühl einfach dazu gehört. Auch diese alten Traditionen, was der Finn Peters, hier der Chef, vorhin erzählt hat, … dass es dann immer noch irgendwie so einen plattdeutschen Snack mit auf den Weg gibt und so. Also das sind so kleine Traditionen, woran man einfach merkt, wie … wie eingespielt das ist und mit welcher Leidenschaft das einfach heute noch gemacht wird. Ja.

[00:54:19] Stephan: Tine, wenn du 'ne Tarotkarte ziehen würdest… Mit dem Ausblick auf die nächsten 95 Jahre bei Peters Reisen.

[00:54:27] Tine: Ja.

[00:54:28] Stephan: Welche wäre das?

[00:54:29] Tine: Ah, du meinst so ein Stimmungsbild. Also jetzt nicht komplett die Zukunft. Also das mache ich ja nicht. Welche Karte würde ich? Wow, ja, das passt. Ich würde tatsächlich die Karte „Die Welt“ … wählen … das passt zum Reisethema, … Und das ist die hierarchisch höchste Karte. Die Welt ist quasi… Da hast du alles. Also da bist du… Du bist… komplett und … hast im Grunde … Die Welt liegt zu deinen Füßen. Aber trotzdem stehst du mit beiden Beinen noch drauf. Ja, das wäre auch etwas, was ich… dem Unternehmen wünsche zum Geburtstag, dass es immer genau so ist. Die Welt liegt euch zu Füßen, aber trotzdem steht ihr mit beiden Beinen ganz bodenständig druff und eure Busse auch.

[00:55:31] Stephan: Was für ein wunderschönes Schlusswort!

[00:55:32] Tine: Oder? Als hätten wir es gemalt. Haben wir gar nicht. Kam spontan. So.

[00:55:33] Stephan: Ja. Aber es war nicht das letzte Schlusswort,

[00:55:40] Tine: Ach, immer noch nicht. Ich dachte, ich kann jetzt endlich mal hier… Meine Damen und Herren, liebe Kinder, liebe Tiere, liebe Zweibeiner, Dreibeiner, Vierbeiner, alle drumherum und nebendran. Mein Name ist Tine Wittler. Unsere gemeinsame Fahrt endet nun schon bald mit dieser Folge. Bitte behalten Sie Platz, bis dieser Podcast vollständig zum Stehen gekommen ist. Ich verabschiede mich von Ihnen, wünsche allzeit gute Fahrt und übergebe das allerletzte Wort an den Host Stephan, heute Co-Busfahrer. Bitte schön.

[00:56:15] Stephan: Ich wurde befördert auf meinen Traumjob, richtig schön: Co-Busfahrer. Co-Bus, Co-Bus. Herzlichen Dank für das schöne Gespräch. Ich finde, man konnte wunderschön sehen, wie vielseitig du bist und auch wie reflektiert. Und du hast auch Dinge gesagt, die nachdenklich machen.

[00:56:30] Tine: So soll's sein.

[00:56:32] Stephan: Das war für mich und hoffentlich auch für unsere Zuhörer Erinnerungsgold.

[00:56:36] Tine: Erinnerungsgold, und davon dürfen wir uns jetzt alle was gönnen.

[00:56:41] Stephan: Vielen Dank, bis zum nächsten Mal.

[00:56:44] Tine: (lacht)

[00:56:45] Stephan: (lacht)

[00:56:45] ♪ Outro-Musik ♪

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    Online buchen mit sofortiger Bestätigung – in wenigen Schritten.

  4. Seit 1932 in Familienhand

    Ein Familienunternehmen in vierter Generation.

  5. Erfahrene Chauffeure

    Erfahrene Fahrer mit laut Katalog durchschnittlich rund 60.000 km Fahrleistung pro Jahr.

  6. Wunschplatz reservieren

    Kostenloser Wunschplatz im Bus, soweit verfügbar – mit Beratung zu Alternativen.

  7. Zustieg in Ihrer Nähe

    Zustiege in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nord-Niedersachsen.

  8. Entspannt in Wasbek starten

    Bei Abfahrt am Bus-Port Holstein in Wasbek: kostenlos parken und ein Heißgetränk.

  9. Eigene Werkstatt

    Regelmäßige Wartung der Fahrzeuge in der eigenen Werkstatt.

  10. Erinnerungen mitnehmen

    „Erinnerungsgold“ – das, was von einer Reise mit Peters bleibt.

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Entdecken Sie Reisen mit unterschiedlichen Zielen und Terminen. Die Details zu Ablauf, Leistungen und Preis finden Sie direkt beim jeweiligen Angebot.

Von Tine Wittler empfohlen!

Geselligkeit, wenn Sie Lust darauf haben.

Ab 2027 schafft der Klön-Treff an Bord auf ausgewählten Reisen Raum für Gespräche, Spiele und gemeinsame Momente. Ob Sie mitmachen, entscheiden Sie selbst. Die Plätze an den Tischen können nicht reserviert werden.

  • Andre Johannsen
  • Andreas Dose
  • Atze Vidovic
  • Bettina Sasse
  • Frank Bigalke
  • Guido Agte

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Arktis

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Anderes Story

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Aktuelle Reiseregion: Arktis
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Aussicht auf Portofino

Blumenriviera & Côte d‘Azur

ab 1.183,00 €
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Kranhäuser Köln

A-ROSA SILVA- Rhein, Main & Loreley

ab 849,00 €
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Zitronenfest Cote d´Azur

ab 1.070,00 €
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Zirkusfestival Monte Carlo

ab 1.150,00 €